Optionen · Grundlagen

Was sind Optionen: Die Grundlagen einfach erklärt

Optionen sind handelbare Verträge, die dem Käufer das Recht geben, einen Basiswert – meist eine Aktie – zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Der Verkäufer der Option erhält dafür eine Prämie. Auf dieser Seite erfährst du einfach erklärt, wie Call und Put Optionen funktionieren, wofür Optionen genutzt werden und warum viele Trader Optionen nicht kaufen, sondern verkaufen.

Handelbare Verträge
Zeitlich begrenztes Recht
Verkäufer erhält Prämie

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Option ist ein zeitlich begrenztes Recht auf einen Kauf oder Verkauf
  • Es gibt zwei Typen: Call-Optionen (Kaufrecht) und Put-Optionen (Verkaufsrecht)
  • Der Käufer zahlt eine Prämie, der Verkäufer erhält sie sofort

Was dich erwartet

Definition

Was sind Optionen? Die Definition

Eine Option ist ein derivatives Finanzinstrument. Das bedeutet: Der Wert der Option leitet sich von einem anderen Vermögenswert ab, dem sogenannten Basiswert. Der Basiswert ist meist eine Aktie, kann aber auch ein ETF, ein Index oder ein Rohstoff sein.

Konkret ist eine Option ein Vertrag zwischen zwei Parteien:

Der Käufer

erwirbt das Recht (aber nicht die Pflicht!), den Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Der Verkäufer

erhält dafür eine Prämie und verpflichtet sich, den Basiswert bei Ausübung zu liefern oder abzunehmen.

Jede Option hat ein Ablaufdatum. Nach diesem Datum ist die Option wertlos und das Recht erlischt. Der festgelegte Preis, zu dem gekauft oder verkauft werden darf, heißt Strike-Preis.

Optionen sind standardisierte Börsenprodukte. Die Regeln sind bei allen Optionen gleich – nur Basiswert, Laufzeit und Strike-Preis unterscheiden sich. Eine Option bezieht sich in der Regel auf 100 Aktien des Basiswerts.

Was sind Optionen: Die vier Bestandteile einer Option einfach erklärt

Die zwei Grundbausteine

Call und Put Optionen: Die zwei Optionstypen

Es gibt genau zwei Typen von Optionen: Call-Optionen und Put-Optionen. Jede Optionsstrategie im Optionshandel basiert auf diesen beiden Grundbausteinen.

Kaufrecht

Was ist eine Call Option?

Eine Call Option gibt dem Käufer das Recht, den Basiswert bis zum Ende der Laufzeit zum Strike-Preis zu kaufen. Steigt der Kurs der Aktie über den Strike-Preis, gewinnt die Call-Option an Wert. Käufer von Call-Optionen setzen also auf steigende Kurse – oder sichern sich einen Kaufpreis für die Zukunft.

Verkaufsrecht

Was ist eine Put Option?

Eine Put Option gibt dem Käufer das Recht, den Basiswert bis zum Ende der Laufzeit zum Strike-Preis zu verkaufen. Put-Optionen werden häufig als Absicherung des Depots gekauft: Fällt der Kurs während der Laufzeit, darf der Käufer seine Aktien trotzdem zum höheren Strike-Preis verkaufen.

Call und Put Optionen im Vergleich

Call Option Put Option
Recht des Käufers Basiswert kaufen Basiswert verkaufen
Käufer profitiert bei steigenden Kursen fallenden Kursen
Typische Nutzung Kaufpreis sichern, auf Kursanstieg setzen Depot absichern, auf Kursrückgang setzen
Verkäufer erhält Prämie Prämie
Pflicht des Verkäufers Aktien liefern (bei Ausübung) Aktien abnehmen (bei Ausübung)

Beide Optionstypen lassen sich kaufen und verkaufen – daraus ergeben sich vier Grundpositionen, aus denen sich alle Strategien zusammensetzen. Den Unterschied Call und Put Option schauen wir uns auf einer eigenen Seite noch genauer an.

Schritt für Schritt

Wie funktioniert eine Option? Ein einfaches Beispiel

Das Prinzip einer Option lässt sich in vier Schritten beschreiben:

  1. Zwei Parteien schließen einen Vertrag.

    Der Käufer erwirbt ein Recht, der Verkäufer geht eine Verpflichtung ein.

  2. Der Käufer zahlt eine Prämie.

    Diese Prämie gehört dem Verkäufer sofort – unabhängig davon, was später passiert.

  3. Die Option läuft bis zu einem festen Ablaufdatum.

    Bis dahin kann der Käufer sein Recht nutzen.

  4. Am Ende gibt es zwei Szenarien.

    Entweder der Käufer übt sein Recht aus – oder die Option verfällt wertlos und der Verkäufer behält die Prämie ohne Gegenleistung.

Alltagsvergleich: Eine Option funktioniert ähnlich wie eine Reservierung mit Anzahlung. Du sicherst dir einen festen Preis für einen bestimmten Zeitraum. Nutzt du die Reservierung nicht, verfällt sie – die Anzahlung behält der Anbieter. Genau diese „Anzahlung" ist im Optionshandel die Prämie.

Claus Weibrecht bringt es in seinem Buch „Die Kunst des Optionshandels" auf den Punkt:

„Optionen sind ein sehr mächtiges Werkzeug und ein großer Segen, wenn du dich damit auskennst, aber auch sehr riskant, wenn du Optionen ohne das Verständnis ihrer Funktionsweise verwendest."
— Claus Weibrecht, Die Kunst des Optionshandels

Die Grundlagen ausführlich verstehen – Schritt für Schritt, mit klaren Regeln aus der Praxis:

Preisbildung

Woraus besteht der Preis einer Option?

Der Preis einer Option setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

Innerer Wert: Der Betrag, den die Option wert wäre, wenn sie sofort ausgeübt würde. Eine Call-Option mit Strike-Preis 150 Dollar hat bei einem Aktienkurs von 160 Dollar einen inneren Wert von 10 Dollar.

Zeitwert: Der Aufpreis für die verbleibende Laufzeit. Je mehr Zeit bis zum Ablaufdatum bleibt, desto höher ist der Zeitwert – denn desto mehr kann noch passieren. Der Zeitwert nimmt bis zum Ablaufdatum kontinuierlich ab.

Preis einer Option: Innerer Wert und Zeitwert einfach erklärt

Berechnet werden Optionspreise nach dem Black-Scholes-Modell, das 1973 von den Wirtschaftswissenschaftlern Fischer Black und Myron Scholes entwickelt wurde. In der Praxis musst du diese Formel nie selbst rechnen. Wichtige Einflussfaktoren auf den Preis sind der aktuelle Kurs des Basiswerts, der Strike-Preis, die Restlaufzeit und die Volatilität. Wie sich diese Faktoren im Detail auswirken, erklären die sogenannten Optionsgriechen.

Anwendung

Wofür gibt es Optionen? Die drei Einsatzbereiche

Optionen stammen ursprünglich aus den Rohstoffmärkten. Dort wollten sich Produzenten und Abnehmer gegen unerwartete Preisänderungen absichern. Heute werden Optionen an den Aktienmärkten für drei Zwecke eingesetzt:

Einsatzbereich 1

Absicherung

Put-Optionen schützen ein Depot gegen fallende Kurse, Call-Optionen sichern Käufer gegen steigende Preise ab. Absicherung ist der historische Ursprung des Optionshandels und bis heute ein zentraler Anwendungsfall. Mehr dazu erfährst du auf der Seite Absicherung des Depots.

Einsatzbereich 2

Spekulation

Wer Optionen kauft, kann mit wenig Kapitaleinsatz an Kursbewegungen teilhaben. Die möglichen Renditen sind hoch – das Risiko eines Totalverlusts der Prämie allerdings auch. Deshalb ist das Kaufen von Optionen vor allem unter Spekulanten beliebt.

Einsatzbereich 3

Regelmäßiges Einkommen

Die dritte Nutzung ist die Perspektive, die Claus Weibrecht bei arcticbear.academy vermittelt: der Verkauf von Optionen. Der Verkäufer nimmt die Prämie ein – Woche für Woche.

Auf dem Prinzip der Prämieneinnahme basieren Strategien wie die Covered Call Strategie, der Poor Man's Covered Call oder die Wheel Strategie. Wie du Optionen als Einkommensquelle nutzen kannst, erfährst du auf den jeweiligen Strategie-Seiten.

Die Stillhalter-Perspektive

Warum verkaufen erfolgreiche Trader Optionen, statt sie zu kaufen?

Die Antwort liegt in den Wahrscheinlichkeiten: Ein Großteil aller Optionen verfällt wertlos. In diesen Fällen behält der Verkäufer die Prämie, ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Die Statistik arbeitet also für den Verkäufer – nicht für den Käufer.

Das lässt sich an einem Zahlenbeispiel aus „Die Kunst des Optionshandels" zeigen:

< 15 %

beträgt oft die Chance, dass eine Aktie innerhalb einer Woche über einen deutlich höheren Strike-Preis steigt

> 80 %

der Fälle: Der Verkäufer einer Call-Option darf seine Aktien behalten

100 %

der Prämie gehören dem Verkäufer – in jedem Fall, sofort bei Verkauf

Genau dieses Prinzip nutzen Stillhalterstrategien: Statt auf große Kursbewegungen zu hoffen, verdient man an der Bereitschaft, zu vorher festgelegten Preisen zu kaufen oder zu verkaufen. Wie der Verkauf von Optionen im Detail funktioniert und welche Regeln Claus Weibrecht dabei anwendet, vermittelt er in seinem Buch und im Optionshandel Seminar.

Du willst verstehen, wie man mit dem Verkauf von Optionen ein regelmäßiges Einkommen aufbaut?

Achtung, Verwechslungsgefahr

Option und Optionsschein: Nicht verwechseln!

Optionen und Optionsscheine klingen ähnlich, sind aber zwei sehr verschiedene Finanzprodukte. Der wichtigste Unterschied: Optionsscheine werden von einer Bank herausgegeben, die zugleich die Gegenseite des Geschäfts einnimmt. Optionen dagegen sind standardisierte Börsenprodukte, bei denen jeder Marktteilnehmer als Käufer oder Verkäufer auftreten kann.

Option Optionsschein
Herausgeber Börse (standardisiert) Emittierende Bank
Gegenpartei Beliebige Marktteilnehmer Meist die Bank selbst
Bedingungen Für alle Optionen gleich Je nach Emittent unterschiedlich
Verkäuferrolle möglich? Ja – jeder kann Prämien einnehmen Nein – nur die Bank emittiert
Handelbar über Options-Broker Nahezu jede Depotbank

Wer selbst Prämien einnehmen möchte, braucht echte Optionen – und dafür einen geeigneten Broker für Optionshandel. Eine ausführliche Gegenüberstellung Optionsschein vs. Option folgt auf einer eigenen Seite.

Selbsteinschätzung

Für wen eignet sich der Optionshandel?

Optionen eignen sich für Anleger, die bereit sind, die Funktionsweise zu verstehen, bevor sie handeln. Das ist keine hohe Hürde – aber eine notwendige. Wer die Grundlagen beherrscht, kann Optionen gezielt einsetzen: zur Absicherung, für zusätzliche Erträge auf vorhandene Aktien oder für den systematischen Vermögensaufbau.

Gut geeignet ist der Optionshandel für dich, wenn du:

  • bereits Aktien besitzt oder in Aktien investieren möchtest
  • ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aus deinem Depot aufbauen willst
  • lieber mit Wahrscheinlichkeiten und klaren Regeln arbeitest, statt auf schnelle Kursgewinne zu spekulieren
  • bereit bist, dir die Grundlagen strukturiert anzueignen

Nicht geeignet sind Optionen für Anleger, die ohne Verständnis der Funktionsweise auf schnelle Gewinne hoffen. Welche Risiken es gibt und wie man sie kontrolliert, erklärt die Seite Optionshandel Risiko. Für den strukturierten Einstieg entsteht zudem die Seite Optionshandel lernen.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Optionen (FAQ)

Optionen sind Verträge, die dem Käufer das Recht geben, eine Aktie zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Der Käufer zahlt dafür eine Prämie an den Verkäufer. Jede Option hat ein festes Ablaufdatum, danach verfällt das Recht.
Eine Call Option ist ein Kaufrecht, eine Put Option ein Verkaufsrecht. Käufer von Calls profitieren von steigenden Kursen, Käufer von Puts von fallenden Kursen. Verkäufer erhalten in beiden Fällen eine Prämie und übernehmen dafür die Verpflichtung, bei Ausübung zu liefern oder abzunehmen.
Ja. Verkäufer von Optionen nehmen Prämien ein, unabhängig davon, wie sich der Kurs entwickelt. Da ein Großteil aller Optionen wertlos verfällt, arbeitet die Statistik für den Verkäufer. Auf diesem Prinzip basieren Einkommensstrategien wie die Covered Call Strategie.
Das hängt von der Strategie ab. Für eine klassische Covered Call Position braucht man Kapital für 100 Aktien eines Unternehmens. Es gibt jedoch auch kapitalschonende Ansätze wie den Poor Man's Covered Call, der mit deutlich weniger Kapital auskommt.
Nein. Optionen sind standardisierte Börsenprodukte, bei denen jeder Marktteilnehmer kaufen und verkaufen kann. Optionsscheine werden von Banken herausgegeben, die selbst die Gegenseite einnehmen. Wer Prämien als Verkäufer einnehmen will, braucht echte Optionen und einen Options-Broker.
Das Risiko hängt stark davon ab, wie Optionen eingesetzt werden. Der Kauf von Optionen kann zum Totalverlust der Prämie führen. Regelbasierte Verkaufsstrategien mit gedeckten Positionen gelten als deutlich planbarer. Grundsätzlich gilt: Optionen sollten nur mit Verständnis ihrer Funktionsweise gehandelt werden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
Ein strukturierter Einstieg gelingt über das Buch „Die Kunst des Optionshandels" von Claus Weibrecht sowie über die Seminare der arcticbear academy. Dort werden die Grundlagen von Optionen und regelbasierte Strategien Schritt für Schritt vermittelt – inklusive Live-Trading und Community.

Fazit: Optionen verstehen, bevor man handelt

Optionen sind zeitlich begrenzte Rechte auf einen Kauf oder Verkauf. Sie sind weder gut noch schlecht – sie sind ein Werkzeug. Entscheidend ist, auf welcher Seite man steht und ob man die Funktionsweise verstanden hat. Käufer zahlen Prämien und brauchen Kursbewegungen. Verkäufer nehmen Prämien ein und profitieren davon, dass die meisten Optionen wertlos verfallen. Wer diese Grundlagen beherrscht, hat das Fundament für alle weiterführenden Optionsstrategien – von der Covered Call Strategie bis zum Bull Put Spread.

Risikohinweis: Der Handel mit Optionen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Die Inhalte dieser Seite stellen keine Anlageberatung dar.