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LEAPS Optionen: Was sie sind, was sie können – und wann sie sich lohnen

LEAPS sind langfristige Call-Optionen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr. Sie werden im Optionshandel eingesetzt, um mit weniger Kapitaleinsatz an der Kursentwicklung einer Aktie teilzunehmen. Auf dieser Seite erfährst du, was LEAPS genau sind, welche Vorteile sie bieten – und in welchem Kontext Claus Weibrecht sie bei arcticbear.academy einsetzt.

Laufzeit: 1–3 Jahre
Geringerer Kapitaleinsatz
Begrenztes Verlustrisiko

Definition

Was sind LEAPS Optionen?

LEAPS steht für Long Term Equity Anticipation Securities. Es handelt sich dabei um Call-Optionen (oder Put-Optionen) auf Aktien, deren Laufzeit in der Regel mindestens ein Jahr, häufig aber deutlich länger beträgt – bis zu zwei oder drei Jahren.

Wer eine LEAPS-Call-Option kauft, erwirbt das Recht, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis (dem Strike-Preis) zu kaufen – und zwar bis zum Ablaufdatum der Option. Dieses Recht hat einen Preis: die sogenannte Optionsprämie.

Im Vergleich zu kurzfristigen Optionen sind LEAPS deutlich teurer. Dafür ist ihr Wertverlust durch den Zeitablauf (das sogenannte Theta) in den frühen Laufzeiten deutlich geringer – was langfristig orientierte Strategien ermöglicht.

Zeitstrahl-Vergleich: kurzfristige Optionen vs. LEAPS Optionen – Laufzeit Unterschied visualisiert

Vergleich

LEAPS vs. Aktien: Was ist der Unterschied?

Wer 100 Apple-Aktien kaufen möchte, muss bei einem Kurs von z. B. 460 Dollar den vollen Betrag von 46.000 Dollar aufbringen. Ein LEAPS auf dieselbe Aktie kostet dagegen einen Bruchteil davon – je nach Ausgestaltung zwischen einem Sechstel und einem Drittel des Aktienwertes.

Der LEAPS verhält sich dabei ähnlich wie die Aktie selbst: Steigt der Kurs der Aktie, steigt auch der Wert des LEAPS. Der entscheidende Unterschied liegt im Kapitaleinsatz.

Merkmal 100 Aktien (Kauf) LEAPS Call-Option
Kapitaleinsatz Voller Aktienwert Ca. ⅙ bis ⅓ des Aktienwertes
Verlustrisiko nach unten Vollständig (bis 0) Begrenzt auf die gezahlte Prämie
Dividendenberechtigung Ja Nein
Zeitwertverlust (Theta) Keiner Ja, bei langer Laufzeit jedoch gering
Hebelwirkung Keine Vorhanden Vorteil

Vorteile

Welche Vorteile bieten LEAPS im Vergleich zu Aktien?

LEAPS haben im Vergleich zum direkten Aktienkauf spezifische Vorteile, die sie für bestimmte Strategien interessant machen:

Geringerer Kapitaleinsatz

Du brauchst deutlich weniger Kapital, um an der Kursentwicklung einer Aktie teilzunehmen.

Begrenztes Verlustrisiko

Der maximale Verlust ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Bei einer Aktie kann der Verlust theoretisch bis auf null gehen.

Geringere Margin-Anforderungen

Broker verlangen für LEAPS-Positionen weniger Sicherheitsleistung als für 100 Aktien.

Gewinnmitnahme durch Hochrollen

Steigt der Aktienkurs stark, können Teile des aufgelaufenen Gewinns durch das Hochrollen der Strike-Preise als Bargeldbetrag entnommen werden.

Erneute Partizipation nach Kursrückgängen

Bei starken Kursverlusten bietet der LEAPS nach einer Anpassung (Runterrollen des Strikes) die Möglichkeit, erneut vom nächsten Kursanstieg zu profitieren.

Strategie

LEAPS und die Poor Man's Covered Call Strategie

Bei arcticbear.academy werden LEAPS vor allem im Rahmen der Poor Man's Covered Call Strategie eingesetzt. Die Grundidee: Der LEAPS ersetzt dort den direkten Kauf von 100 Aktien.

Das macht diese Strategie für Trader zugänglich, die nicht das Kapital für den Kauf von 100 echten Aktien aufbringen wollen oder können – aber trotzdem systematisch wöchentliche Optionsprämien vereinnahmen möchten.

„Der LEAPS verhält sich fast genauso wie eine Aktie, kostet aber deutlich weniger."

— Claus Weibrecht, Workbook zur Poor Man's Covered Call Strategie, v4.0.1

Wie genau LEAPS innerhalb der Poor Man's Covered Call Strategie eingesetzt werden, welche Regeln dabei gelten und wie die gesamte Strategie aufgebaut ist – das ist Inhalt des Seminars und des Workbooks. Hier bekommst du einen Überblick über die Grundlagen.

→ Zur Poor Man's Covered Call Strategie

Hintergrund

Warum nutzt Claus Weibrecht LEAPS? Die Denkweise dahinter

Claus Weibrecht setzt LEAPS nicht ein, weil sie einfacher sind als Aktien. Er setzt sie ein, weil sie im Kontext eines regelbasierten Systems klare Vorteile bieten: weniger gebundenes Kapital, begrenztes Verlustrisiko und die Möglichkeit, Gewinne strukturiert zu entnehmen.

Seine Grundüberzeugung: Ein gutes Werkzeug hilft nur dann, wenn man die Mechanik dahinter wirklich versteht. LEAPS sind kein Abkürzungsmittel – sie sind ein Instrument mit eigenem Verhalten, das aktive Pflege und Aufmerksamkeit erfordert.

Im Buch „Die Kunst des Optionshandels" erklärt Weibrecht die Grundlagen von Optionen so, dass Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen ein solides Fundament aufbauen können – bevor sie Strategien wie die Poor Man's Covered Call Strategie umsetzen.

→ Zum Buch: Die Kunst des Optionshandels

Überblick

LEAPS im Vergleich: Welche Strategien nutzen LEAPS?

LEAPS können in verschiedenen Optionsstrategien eingesetzt werden. Bei arcticbear.academy stehen zwei Strategien im Mittelpunkt:

Strategie Grundlage Rolle des LEAPS
Covered Call Strategie 100 echte Aktien + Short Call Kein LEAPS – Aktien dienen als Basis
Poor Man's Covered Call (PMCC) LEAPS-Kern LEAPS + Short Call LEAPS ersetzt die 100 Aktien
Bull Put Spread Zwei Put-Optionen Kein LEAPS
Wheel Strategie Cash Secured Put → Covered Call Optional mit LEAPS

Der Poor Man's Covered Call ist die Strategie, in der LEAPS die zentrale Rolle spielen. Sie baut auf denselben Grundprinzipien wie die klassische Covered Call Strategie auf – aber mit deutlich geringerem Kapitaleinsatz.

Zielgruppe

Für wen eignen sich LEAPS?

LEAPS sind kein Einstiegsinstrument für absolute Anfänger im Optionshandel. Wer LEAPS sinnvoll einsetzen will, sollte die Grundlagen von Optionen verstehen: was ein Strike-Preis ist, wie Delta und Theta funktionieren und wie Optionen bewertet werden.

Optionen sind kein Nischenthema mehr. Die Cboe Global Markets – die größte Optionsbörse der USA – hat zuletzt im sechsten Jahr in Folge Rekordhandelsvolumina gemeldet. Immer mehr Privatanleger entdecken Optionsstrategien als strukturierten Weg, um an Aktienmärkten aktiv zu werden.

Quelle: Cboe Global Markets, Januar 2026

LEAPS sind dann interessant, wenn:

  • Du an der langfristigen Kursentwicklung einer Aktie teilnehmen willst, ohne den vollen Kaufpreis aufzubringen
  • Du das Verlustrisiko nach unten klar begrenzen möchtest
  • Du LEAPS als Teil einer Gesamtstrategie wie der Poor Man's Covered Call Strategie einsetzt
  • Du bereit bist, die Position aktiv zu pflegen

Wer noch ganz am Anfang steht, findet einen guten Einstieg im Optionshandel lernen Bereich auf dieser Website – oder direkt im Buch „Die Kunst des Optionshandels".

→ Optionshandel lernen – hier starten

Häufige Fragen

FAQs zu LEAPS Optionen

LEAPS steht für „Long Term Equity Anticipation Securities". Es sind standardisierte Optionskontrakte – in der Regel Call-Optionen – auf Aktien mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr.
Der Hauptunterschied ist die Laufzeit. Normale Optionen laufen oft nur wenige Tage bis Wochen. LEAPS laufen ein bis drei Jahre. Dadurch ist der tägliche Zeitwertverlust bei LEAPS deutlich geringer als bei kurzfristigen Optionen.
LEAPS bieten im Vergleich zum direkten Aktienkauf ein begrenztes Verlustrisiko: Maximal kannst du die bezahlte Prämie verlieren. Bei Aktien kann der Kurs theoretisch auf null fallen. Allerdings sind LEAPS Derivate und damit komplexer als ein einfacher Aktienkauf. Das erhöht das Fehlerrisiko bei falscher Anwendung.
LEAPS haben ein festes Ablaufdatum. Dieses liegt in der Regel ein bis drei Jahre in der Zukunft. Im Optionshandel gilt: Das Ablaufdatum ist immer ein Samstag – der letzte Handelstag für die Option ist entsprechend der Freitag davor.
LEAPS allein erzeugen kein Einkommen. Als Teil der Poor Man's Covered Call Strategie bilden sie jedoch die Grundlage, auf der wöchentliche Optionsprämien durch den Verkauf kurzfristiger Call-Optionen eingenommen werden können. Ob und wie das funktioniert, hängt von der Umsetzung der Gesamtstrategie ab.
Die steuerliche Behandlung von LEAPS-Optionen in Deutschland hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann im Einzelfall komplex sein. Dieser Bereich sollte mit einem Steuerberater besprochen werden. arcticbear.academy gibt keine Steuerberatung.

Fazit

LEAPS als Teil eines strukturierten Ansatzes

LEAPS Optionen sind kein eigenständiger Handelsansatz. Sie sind ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug entfalten sie ihren Nutzen erst dann, wenn man weiß, wie man sie einsetzt.

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Claus Weibrecht Optionen und LEAPS in einem regelbasierten System einsetzt, findet die Grundlagen im Buch „Die Kunst des Optionshandels" – und die vollständige Strategie im Seminar der arcticbear.academy.

Risikohinweis: Der Handel mit Optionen und LEAPS ist mit erheblichen Risiken verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Die Inhalte dieser Seite stellen keine Anlageberatung dar.