Optionsstrategie erklärt

Bull Put Spread: Die Strategie
einfach erklärt

Auf dieser Seite erfährst du, was ein Bull Put Spread ist, warum Trader ihn nutzen und wo seine Grenzen liegen.

Definiertes Risiko
Prämieneinnahme
Geringer Kapitaleinsatz

Grundlage

Worum geht es beim Bull Put Spread überhaupt?

Viele Anleger kennen Optionen vor allem als Absicherung oder Spekulation – also als Instrument, das man kauft, um sich gegen Verluste zu schützen oder auf starke Kursbewegungen zu setzen. Der Bull Put Spread dreht diese Perspektive um.

Beim Bull Put Spread steht man auf der Verkäuferseite. Man erhält eine Prämie dafür, dass man bereit ist, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen – und sichert gleichzeitig das eigene Risiko nach unten ab. Das Ergebnis: ein klar begrenztes Risiko bei gleichzeitiger Prämieneinnahme.

Das klingt technischer als es ist. Im Kern geht es darum, dass man für eine Bereitschaft bezahlt wird – und diese Bereitschaft von vornherein klar definiert ist.

Mechanik

Die Grundidee hinter dem Bull Put Spread

Wer bereit ist, eine Aktie zu einem bestimmten (Strike-) Preis zu kaufen, kann diese Bereitschaft verkaufen. Für dieses Angebot erhält man Geld – unabhängig davon, ob der Kauf später tatsächlich stattfindet. Im Optionshandel geschieht das über Put-Optionen.

Der Bull Put Spread kombiniert zwei Put-Optionen – Short und Long Optionen – so, dass das Risiko nach unten begrenzt ist. Man nimmt eine Nettoprämie ein und weiß vor dem Trade genau, wie viel man im besten und im schlechtesten Fall verdient oder verliert. Überraschungen gibt es nicht – nur vorher bekannte Szenarien.

2
Put-Optionen bilden
den Bull Put Spread
~80%
aller Optionen
verfallen wertlos
100%
bekanntes maximales
Risiko vor dem Trade

Vorteile

Was macht den Bull Put Spread besonders?

Im Vergleich zu anderen Optionsstrategien hat der Bull Put Spread drei Eigenschaften, die ihn für regelbasierte Trader interessant machen.

Definiertes Risiko von Anfang an

Der größte Unterschied zu einem einfachen Put-Verkauf ist das begrenzte Verlustrisiko. Beim nackten Put-Verkauf ist das Optionshandel Risiko nach unten theoretisch sehr groß. Beim Bull Put Spread ist der maximale Verlust von Beginn an bekannt. Das macht die Strategie planbarer – und emotional leichter durchzuhalten.

Statistischer Vorteil auf der Verkäuferseite

Als Prämienverkäufer arbeitet die Statistik für einen. Rund 80 Prozent aller Put-Optionen verfallen wertlos. Das bedeutet: In den meisten Fällen behält man die Prämie, ohne dass es zur Zuteilung kommt. Dieser Vorteil ist kein Zufall, sondern das Grundprinzip hinter allen Prämienstrategien – einschließlich des Verkauf von Optionen.

Geringerer Kapitaleinsatz

Im Vergleich zum Kauf von 100 Aktien bindet der Bull Put Spread deutlich weniger Kapital. Das macht ihn für Trader interessant, die ihre Mittel flexibel einsetzen wollen.

Marktumfeld

Wann passt der Bull Put Spread?

Der Bull Put Spread ist kein Allwetter-Instrument. Er funktioniert am besten in einer bestimmten Markterwartung.

Die richtigen Bedingungen

  • Der Kurs einer Aktie bleibt stabil oder steigt
  • Es wird kein starker Kurseinbruch erwartet
  • Die Volatilität am Markt ist erhöht – weil dann die einnehmbare Prämie steigt
Wenn man innerlich zweifelt, ob die Aktie wirklich stabil bleibt, passt der Bull Put Spread nicht. Die Strategie lebt von einer klaren Marktmeinung – nicht von Hoffnung.

Realistische Einordnung

Was sind die Grenzen der Strategie?

Kein Werkzeug ohne Einschränkungen. Wer den Bull Put Spread ernsthaft einsetzen will, sollte diese drei Punkte verstehen.

Kurseinbrüche treffen trotzdem

Der Bull Put Spread begrenzt das Risiko – aber er verhindert keine Verluste. Wenn der Kurs einer Aktie stark fällt, realisiert man den maximalen Verlust der Position. Die Absicherung nach unten ist vorhanden, aber kein Schutzschild.

Begrenzte Gewinne

Der maximale Gewinn ist die eingenommene Prämie – mehr ist nicht möglich. Wer auf starke Kursbewegungen setzt oder möglichst viel vom Kursanstieg einer Aktie mitnehmen will, ist mit einer anderen Strategie besser bedient.

Mehr Stellschrauben als ein einfacher Trade

Der Bull Put Spread besteht aus zwei Optionspositionen gleichzeitig: einer Short Put Position und einer Long Put Position. Das erfordert ein grundlegendes Verständnis davon, wie Optionen funktionieren. Ohne dieses Fundament fehlt die Kontrolle über die eigene Position.

Bull Put Spread – Szenarien Übersicht

Strategievergleich

Bull Put Spread vs. andere Optionsstrategien

Alle vier Strategien haben dasselbe Grundprinzip gemeinsam: Man steht auf der Verkäuferseite und nimmt Prämien ein. Der Unterschied liegt im Risikoprofil, im Kapitaleinsatz und in der Komplexität.

Strategie Grundlage Risiko Kapitaleinsatz
Covered Call 100 Aktien + Short Call Risiko liegt in der Aktie Hoch
Poor Man's Covered Call LEAPS + Short Call Risiko liegt im LEAPS Mittel
Bull Put Spread Diese Seite Zwei Put-Optionen Begrenzt, klar definiert Gering
Wheel Strategie (Nackter Put) Short Put Theoretisch sehr hoch Mittel

Kontext

Wie passt der Bull Put Spread in eine Gesamtstrategie?

Der Optionsmarkt wächst rasant. Laut Cboe wurden 2024 über 12 Milliarden Optionskontrakte in den USA gehandelt – das fünfte Rekordjahr in Folge. Immer mehr Privatanleger entdecken Optionsstrategien als Einkommensquelle. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die einzelne Strategien ohne Gesamtkontext einsetzen – und damit langfristig scheitern.

Quelle: Cboe Global Markets, 2025

Bei arcticbear.academy stehen die Covered Call Strategie und die Poor Man's Covered Call Strategie im Mittelpunkt. Der Bull Put Spread ist kein eigenständiger Hauptansatz, sondern ein Werkzeug, das in bestimmten Marktphasen als Ergänzung eingesetzt werden kann.

Bevor man Strategien anwendet oder gar kombiniert und erweitert, sollte man die Grundlagen beherrschen. Die Mechanik dahinter zu verstehen ist entscheidend – nicht das Werkzeug selbst.
— Claus Weibrecht, arcticbear.academy

Einzelne Trades ohne Gesamtkontext und klare Regeln führen langfristig nicht zum Ziel und langfristigen Gewinn. Das gilt für den Bull Put Spread genauso wie für jede andere Optionsstrategie.

Zielgruppe

Für wen ist der Bull Put Spread geeignet?

Der Bull Put Spread eignet sich für Trader, die folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Die Grundlagen des Optionshandels bereits verstehen
  • Wissen, was Put-Optionen sind und wie Strike-Preise funktionieren
  • Eine klare Meinung zur Richtung einer Aktie haben
  • Das Risiko von Anfang an begrenzen wollen

Für Einsteiger ohne Optionserfahrung ist die Covered Call Strategie der bessere Startpunkt. Sie ist einfacher aufgebaut und bildet das Fundament, auf dem weiterführende Strategien wie der Bull Put Spread erst Sinn ergeben.

Häufige Fragen

FAQs

Nein. Der Bull Put Spread ist eine reine Optionsposition. Es werden keine Aktien benötigt.
Das Risikoprofil ist anders, nicht zwingend höher. Beim Covered Call liegt das Risiko in der Aktie selbst. Beim Bull Put Spread ist das maximale Verlustpotenzial von Anfang an klar begrenzt und definiert. Welche Strategie besser passt, hängt von der eigenen Situation, dem verfügbaren Kapital und der Markterwartung ab.
Man realisiert den maximalen Verlust der Position. Genau deshalb ist die Wahl der richtigen Aktie entscheidend. Eine Aktie, von der man nicht überzeugt ist, sollte man nicht als Grundlage für den Bull Put Spread nutzen.
Claus Weibrecht empfiehlt grundsätzlich das, was er „goldene Aktien" nennt: Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und einer Aktie, von der man langfristig überzeugt ist. Das gilt für alle Optionsstrategien – und besonders dann, wenn man im schlechtesten Fall die Konsequenzen des Trades tragen muss.
Der Bull Put Spread allein ist dafür nicht das ideale Instrument. Wer systematisch ein regelmäßiges Einkommen mit Optionen aufbauen möchte, kommt an der Covered Call Strategie und der PMCC nicht vorbei.
Nein. Wie alle regelbasierten Optionsstrategien kommt auch der Bull Put Spread mit festen Zeitpunkten aus. Permanente Marktbeobachtung ist nicht notwendig.

Fazit

Ein Werkzeug mit klarem Profil

Der Bull Put Spread ist kein Allheilmittel und kein Startpunkt für Einsteiger. Er ist ein Werkzeug mit klar definiertem Risiko, das dann Sinn ergibt, wenn man die Mechanik dahinter versteht und eine klare Meinung zur Richtung einer Aktie hat.

Wer verstehen will, wie Claus Weibrecht systematisch mit Optionen ein regelmäßiges Einkommen aufbaut, findet die Grundlagen dafür in der Covered Call Strategie – und im Buch „Die Kunst des Optionshandels".

Risikohinweis: Der Handel mit Optionen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Die Inhalte dieser Seite stellen keine Anlageberatung dar.